Alpenklänge in der Waldsaumhalle…

Am vergangenen Samstag gab der Musikverein Oberweier sein diesjähriges Frühjahrskonzert in der Waldsaumhalle. Vorstand Michael Strobel konnte ein zahlreiches Publikum begrüßen – die Halle war bis auf einige wenige Plätze voll besetzt.

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Das Orchester eröffnete das Konzert mit dem „Militärmarsch“ von Franz Schubert, einen jener „völlig unmartialischen Militärmärsche, die die tröstliche Einsicht vermitteln, dass Soldaten und Heere offenbar nicht nur marschieren, sondern auch tanzen können – jedenfalls unter Schuberts musikalischem Feldherrnkommando“.

Weiter ging es mit dem Konzertwalzer „Blumengeflüster“, komponiert von Emil Stolc und arrangiert von Gerald Weinkopf. Wilfried Pawlik, der Dirigent hat sich auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen, und so folgte auf den beschwingten Walzer „Imagine“ von John Lennon mit Rolf Strobel am Soloflügelhorn. Das Stück wurde mit einigen Bildsequenzen von John Lennon untermalt, die mittels Beamer an die Wand projiziert wurden.
Wie in jedem Jahr wurden auch dieses Mal wieder einige Mitglieder des MVO geehrt. Es waren dies Sarah Maisch für 10 Jahre Aktivität, Kerstin Eisele, Michael Strobel und Timo Weber für 20 Jahre aktive Mitgliedschaft und schließlich Josef Wiest für sage und schreibe 50 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein Oberweier.
Passend zum Motto des Konzertes „Marsch trifft Swing“ ging es dann weiter mit einem sehr beschwingten Arrangement der Moritat von „Mackie Messer“ aus Bert Brechts Dreigroschenoper. Die Zuschauer wurden dann mit dem Marsch „Regimentsgruss“ von Heinrich Steinbeck in die Pause verabschiedet. Für gewöhnlich hört man den „Regimentsgruss“ beim Ausmarsch einer Ehrenformation der Bundeswehr nach einem Empfang mit militärischen Ehren – hier soll wohl der Titel als Gruß der Streitkräfte an den Staatsgast verstanden werden.

Den zweiten Teil des Konzertes begann das Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Wilfried Pawlik mit dem St. Louis Blues March von W.C. Handy, einem Marsch in Jazzstandard, der unter anderem auch durch Glenn Miller und sein Orchester bekannt wurde. Wer die Muppet Show kennt, kennt bestimmt auch „Java“. Dieser Pop Hit, komponiert von Al Hirt, einem der populärsten Trompeter, gab auch den röhrenförmigen Figuren der Muppet Show ihren Namen. Weiter ging es mit dem Stück „Just a Gigolo/I ain’t got nobody“, einer Swing-Nummer arrangiert von J. Vinson. Bekannte Melodien aus Georges Bizets Oper „Carmen“ verarbeitete Herbert Russek zu einem wirklich anspruchsvollen Medley mit dem Titel „Carmen in Pop“. Zum Abschluss des Konzertabends durfte das Publikum einem Ohrenschmaus der besonderen Art lauschen. Paul Murtha schrieb die Orchesterbesetzung von „Amazing Grace“ nach einem Arrangement für Canadian Brass. Mit Melanie Bretzinger an der Klarinette, Thomas Geiger an der Trompete und Michael Strobel an der Posaune begeisterte das Orchester das Publikum.

Natürlich gab es auch eine Zugabe – wohl das Highlight des Abends. Herbert Ferstl, ein alter Freund unseres Dirigenten, ehemaliger 1. Posaunist am Staatstheater und begnadeter Komponist, kam mit seinem Alphorn nach Oberweier gereist um mit uns gemeinsam ein Stück zu spielen. Das Publikum war von den Alpenklängen in der Waldsaumhalle sichtlich begeistert und die Beifallstürme rissen nicht ab.
Dies gab natürlich Anlass noch eine zweite Zugabe zu spielen und so endete ein harmonischer, unterhaltsamer Abend mit dem Drina-Marsch von Stanislav Binicki.

Der Musikverein Oberweier bedankt sich nochmals herzlich bei seinem Publikum, allen Helfern, Freunden und Gönnern, ohne die ein solcher Abend nicht möglich wäre und hofft auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.