Frühjahrskonzert Review

Vor ausverkauftem Hause durfte der Musikverein Oberweier am vergangenen Samstag sein Frühjahrskonzert geben. Unter dem Motto „Queer Bee(a)t in den Frühling“ hatte der Dirigent Wilfried Pawlik wieder mal ein abwechslungsreiches Programm mit seinen Musikerinnen und Musikern einstudiert.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Michael Strobel begann das Konzert mit dem „Mussinan-Marsch“. Dieser Marsch wurde dem Generalleutnant Ludwig Ritter v. Mussinan gewidmet, dem seine Heimatgemeinde Bogen eine Stiftung zu verdanken hat, die jedes Jahr zu Weihnachten einen bestimmten Betrag an hilfsbedürftige Witwen und ältere weibliche Dienstboten auszahlt.

Weiter ging es mit der Ouvertüre aus der „New Baroque Suite“, einem Stück, das barocke Formen und Rock-Elemente in sich vereint.

In der „Wiener Melange“ ging es nicht um diverse Kaffeespezialitäten, sondern um eine Zusammenstellung bekannter Wiener-Walzer Melodien von Johann Strauß.

Es folgten dann die Ehrungen. So durfte Bernhard de Bortoli vom Blasmusikverband Karlsruhe Florian Gräßer und Thomas Heinzler für 10 Jahre Aktivität mit der Ehrennadel in bronze auszeichnen und Alexander Tullius mit der goldenen Nadel für 30 Jahre Aktivität. Horst Beck und Egon Krüger wurden vom Verein für 50 jährige Mitgliedschaft von Michael Strobel mit der goldenen Vereinsnadel und einer Urkunde geehrt.

Dann folgte ein Highlight dieses Konzertabends – die beiden Sängerinnen Susanne Kunzweiler und Claudia Pontes sangen zur Begleitung des Orchesters das Titellied „There you’ll be“ zu dem Kinofilm Pearl Harbour, das von Diane Warren komponiert wurde und im Original von Faith Hill gesungen wird.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Klarinette, konnte das Publikum hören und staunen, denn Evi Gattner und Sarah Maisch gaben gekonnt das fetzige Solo für zwei Klarinetten „Nettuno“ zum Besten.

Das letzte Stück vor der Pause war dann wieder etwas für die älteren Semester unter den Zuschauern. Wer kennt nicht das bekannte Singspiel, das auch mehrmals verfilmt wurde und dessen Schauplatz ein Hotel am Wolfgangsee ist? „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“, „Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein“ oder „Zuschau’n kann i net“ sind bekannte Melodien aus der Operette „Im weißen Rössl“.

Das „Film-Festival“ ist ein Medley bekannter Filmmelodien, wie z.B. aus „Der Pate“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder aus Walt Disney’s „Schneewittchen und die sieben Zwerge“.

Bevor Thomas Heinzler mit seinem Schlagzeugsolo „Sparkling drums“ brillieren konnte, spielte das Orchester noch die „Queen’s Park Melody“, zu der sich Jacob de Haan im Londoner Queen’s Park inspirieren ließ, als er sich dort vom Treiben der Großstadt erholen wollte.

Es folgte ein alter Hit von Stevie Wonder, wenn nicht sogar sein bis dahin größter Hit „Sir Duke“, den er als Hommage an seinen verstorbenen Freund Duke Ellington komponiert hat.

Den Schluss des offiziellen Konzertteiles bildete ein weiterer Gesangstitel. Mit „Love can build a bridge“ konnten nicht nur unsere beiden Sängerinnen Claudia Pontes und Susanne Kunzweiler glänzen, sondern wir hatten sogar noch einen Gitarristen (Reinhard Torresen) engagiert, der ein gekonntes E-Gitarren-Solo hingelegt hat.

Nachdem der Vorsitzende Michael Strobel sich beim Publikum verabschiedet hatte, kündigte er an, dass dies das letzte Konzert von Dirigent Wilfried Pawlik gewesen sei und nun sein Nachfolger die Zugabe dirigieren würde. Als sich der erste Schreck beim Publikum gelegt hatte, betrat der „neue“ die Bühne – es war dies kein anderer als Wilfried Pawlik verkleidet mit Strubbelperücke, falschen Zähnen und Hornbrille. Sehr zur Überraschung aller schaffte es der „neue“ Dirigent nicht, den wild durcheinander spielenden Musikerhaufen zur Ruhe zu bringen. Erst Moritz Kuttler (Enkel von Herrn Pawlik) gelang es, Ruhe auf die Bühne zu bringen.

Als erste Zugabe wurde dann das Jux-Stück „Marsch-Konfetti“ gespielt, bei dem das Orchester mit diversen Showeinlagen und anderem Unsinn den Dirigent zur Verzweiflung bringt, so dass dieser schließlich völlig entnervt die Bühne verlässt und seine Noten zerreißt.

Wie immer gab es auch noch eine zweite Zugabe, nämlich den Marsch „Hands across the sea“ von J.P. Sousa.

Der Musikverein bedankt sich nochmals bei seinem Publikum und natürlich bei allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Konzertes beigetragen haben.

Vorschau:

Am Mittwoch, 30. April 2008 spielt der Musikverein um 18.00 Uhr wieder beim Maibaum-Stellen auf dem Marktplatz.